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Mein „Neues Leben“ mit dem Kunstherz, LVAD

vor ca. 4 Jahren wurde mir ein Kunstherz implantiert, mein Herz war nicht mehr stark genug, um ausreichend Blut in meinem Körper zu pumpen.
Das LVAD-System besteht aus einer Pumpe, die die linke Herzkammer unterstützt.
Sie saugt Blut aus der linken Herzkammer und pumpt es in die Aorta. Dieses System wird extern über Kabel (Driveline) und Batterien mit Strom versorgt. Driveline und Batterien und ein Controller führt man extern immer mit.
An dem Tag, also vor 4 Jahren, waren meine Ehefrau und ich mit Gartenarbeit beschäftigt als ich plötzlich wiederkehrende Stiche im Brustbereich des Herzens spürte, die sich dann zu einem anhaltenden stechenden Schmerz entwickelten. Uns war klar, dass ich Hilfe benötigte, meine Frau verständigte sofort den Notdienst.
Zuerst wurde ich ins Eschweiler Krankenhaus mit dem Rettungswagen gebracht, wurde aber von dort weiter ins Klinikum der RWTH Aachen weitergeleitet.
Ab diesem Zeitpunkt konnte ich mich nicht mehr an das weitere Geschehen erinnern bzw.
die Erinnerungen waren nur noch bruchstückhaft.
Alles was jetzt mit mir geschah beruht auf Informationen meiner Ehefrau.
Ich wurde operiert und es wurde mir eine Herzpumpe implantiert. Nach der OP wachte ich nach 3-wöchigen Koma ohne Schmerzen wieder auf.

nach der OP

Langsam, Schritt für Schritt konnte man mich von den lebenswichtigen unterstützenden Geräten befreien, so dass man mit physiotherapeutischen Maßnahmen beginnen konnte.
Durch das dreiwöchige Koma hatte sich meine Muskulatur erschreckend schnell abgebaut, mein Körper war sozusagen nur noch „Haut und Knochen“. Ein ungewohnter Anblick zumal ich mein ganzes Leben vorher Kraftsport betrieben hatte was mir jedoch in den folgenden Anwendungen der Physiotherapeutinnen sehr zum Vorteil gelegen kam und so kam ich langsam wieder zu Kräften. Nach dem Motto „Weg der kleinen Schritte“.
Vom Klinikum ging es dann am 13.06.2022 per Krankentransport direkt zur Reha nach Aachen in die Rehaklinik VIALIFE Rosenquelle für Kardiologie. Nach einer ausführlichen Anamnese wurde ein Anwendungsplan für mich erstellt.
Zu Beginn konnte ich mich nur mit Hilfe des Rollators fortbewegen aber nach ca. 2 Tagen ging es dann auch ohne diesem. Den brauchte ich dann anfangs nur noch für etwas längere Spaziergänge.
Mein Tagespensum zur Steigerung der allgemeinen Fitness und der Herzleistung bestand aus überwachtes Ergometer-Training, Herzgymnastik, leichtes Krafttraining, viel Gehen und besonders viel Treppensteigen. Der Fokus lag auf Erholung zwischen den jeweiligen Anwendungen, sanftem Kraftaufbau und physische Stabilisierung.

Mein Ziel war die erfolgreiche Mobilisation (das-wieder-Gehen-lernen) bis zum Übergang zu einer normalen Alltagsbelastung.
Leider musste mein Aufenthalt in der Reha-Klinik um eine Woche verlängert werden, da ich mich mit Covid-19 infiziert hatte und ich, sozusagen unter Quarantäne, nur noch in meinem Zimmer aufhalten durfte. Diesen Erreger baute ich ohne Komplikationen schnell ab und konnte meine Anwendungen nach einer Woche wieder aufnehmen.
Bis auf Ödeme in den Unterbeinen traten bei mir während der gesamten Reha keine Komplikationen auf. Mit Wassertabletten bekam man dies wieder in den Griff. Am Ende der Reha waren die Ödeme verschwunden.
Begleitet wurde mein Aufenthalt durch den Facharzt Dr. Berg, der sich auch fast täglich im Klinikum Aachen um mich gekümmert hatte. Einmal in der Woche wurde ich von ihm besucht und es fand ein informeller Austausch mit ihm, der Klinikchefin und meinerseits statt.
Wenn ich das jetzt so alles Revue-passieren-lasse dann hätte ich diese harte Zeit ohne die Unterstützung meiner Ehefrau, die mich fast täglich im Klinikum und sehr oft in der Reha besucht hatte, nicht so gut überstanden. Meine Frau ebenso meine Tochter gaben mir Mut, Kraft und Hoffnung diese Zeit gut zu meistern.
Einen guten Halt gibt mir auch die LVAD-Selbsthilfegruppe in Aachen. Meine Frau und ich besuchen diese kontinuierlich seit ca. drei Jahren. Bei diesen Treffen findet nicht nur ein Austausch von Informationen zwischen den teilnehmenden LVAD-Betroffenen und deren Angehörigen statt, sondern auch Aktivitäten und Einladungen von Dozenten werden gemeinsam geplant und durchgeführt.
Heute leben wir, also meine Ehefrau und ich, seit vier Jahren nach meiner OP sozusagen „im Einklang“ mit meinem LVAD. Mit Einklang meine ich die Akzeptanz zu dem LVAD und das Leben mit diesem System.
Unterbrochen wird dies durch die 4-monalichen Checkup in der Herzchirurgie des Klinikums der RWTH Aachen.
Ich kann ohne Beschwerden meinen Alltag bewältigen, meine Hobbies wie die Jagd, das jagdliche Schießen und diverse Reparatur- und Bastelarbeiten ausüben.

Jagd
zufrieden sein

Durch diese OP erhielt ich die Chance für ein „Neues Leben“, denn ohne dem LVAD wären diese Zeilen nie geschrieben worden

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